Ausgesuchte Aufnahmen von den Dampfloks der Deutschen Reichsbahn (DR)

1. 95 1027-2 mit Sonderzug auf der Strecke Probstzella - Sonneberg. Aufnahmedatum: 06.09.1985 Dauer: 6 Min. 5 Sek. Bergfahrt hinter Lichte, Richtung Lauscha (Rechts/links).

Dieser Spätsommertag hat eher schon etwas von einem duisteren Herbsttag, denn in Thüringen herrscht Sturm Nicht die Bedingungen für Tonaufnahmen. Doch ich finde eine Steile über einem tiefen Einschnitt, wo ich die Mikrofone im Busch verstecken kann und nach unten auf die Strecke richte; So hört man vom Sturm nur das Rauschen der Blätter, aber kein b in die Mikrofonen. Der Wind trägt uns den Schall der 95 127-2 mit dem Eisenbahnfreunde-Sonderzug Saalfeld-Eisfeld von Lichte her. Dann der Auspuffschlag der icher und nach knappen 3 Minuten fährt der Zug an uns vorbei und weiter über ein grosses Viadukt; der Zug befährt hier eine grosse Rechtskurve, denn er muss ein Tal weit ausfahren, um Höhe gewinnen zu können. Aus diesem ist der Zug nun auch zeitweise wieder in der Mitte zu hören, bevor er dann endgültig nach Links verschwindet.

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2. 41 1130-6 mit Gag 58310 Gera-Naumburg zwischen Teuchern und Naumburg. Aufnahmedatum: 09.09.1985, Dauer: 4 Min. 44 Sek. Schwere Bergfahrt bei Wertha. (links-rechts).

Zurück zum Planbetrieb. Täglich verkehrt der "Zwiebelzug". Ein Ganzzug (Gag 58 310) bestehend aus Silowagen von Gera Naumburg, der von einer Göschwitzer 41er gezogen wird. Zwischen Teuchern und Naumburg befährt er eine steigungsreicher Nebenbahn. Ich stehe auf einem kleinen Einschnitt hinter dem Bahnhof Wertha, Auch hier herrscht starker Wind, so dass ich die Mikrofone hinter Regenschirmen verstecken muss, Da kommt schon der Zug, geführt von der 41 1130-8, die im kurzen ebenen Abschnitt des Bahnhofes nochmals Schwung Der c)rkanartige Wind weht immer wieder Schallfetzen herüber, die sich erst bei Annäherung des Zuges zu einem Gesamt zusammensetzen. Der Zug ist jetzt noch etwa 35 km/h schnell, Neben der Vorbeifahrt wird der Klang immer lauter und die übertönt fast daulrn den Zug, Am Schluss ist gang deutlich zu hören, wie sie immer langsamer wird und nur noch mit knapp 20 km/h vorankommt. Der Heizer hat es aber sehr gut gemeint, denn kurz bläst der Kessel der Lok ab, bevor der Zug schwindet.

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3. Aufnahmedatum: 15.02.1986, Schwere Bergfahrt bei Wertha. (rechts-links)

Der Zug ist so interessant, dass ich ihn ein halbes Jahr später im Winter bei E@ies kälte noch einmal aufgenommen habe, Dieses Mal ging ich etwas weiter in die Steigung hinein, in die Náhe einer Strage bzw, Wege Brücke. Hier konnte ich die Mikrofone weit ober Kam höhe aufbauen. Wie es der Zufall will, kam auch noch dieselbe Lok, die 41 1130-8, die den Gag 58310 nach Naumburg ziehen soll, Als der Zug, der schwer stampfend daherkommt, sich uns nähert, wird sein Schall von der nahegelegenen Brücke reflektiert. Neen der ca. 25 km/h schnellen Vorbeifahrt werden die Schläge beim Durchfahren der Brücke zuerst etwas leiser, doch dann bleibt die Lok lange, trotz Zuggeräusch noch zu hören, Wenn der Zug vorbei ist, kann man schon verfolgen, wie die Lok am Ende der Steigung ihren Zug beschleunigt und dann verdientermassen dem Endbahnhof Naumburg zurollt.

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4. 50 3694-2 mit Gag 56345 Rochtitz-Chemnitz/Kappel. (damals Karl-Marxstadt), Aufnahmedatum: 10.09.1985 Dauer: 3 Min. 57 Sek, Schwere Bergfahrt hinter Rochlitz. (links-rechts)

Leider verkehrt der folgende Zug heute nicht mehr mit Dampf. Doch im September 1985 war es noch dem Erlebnis der 50 3694-2 mit ihrem kurzen aber schweren Sand-ContainerZug zuzuhören. Gleich hinter Hochlitz, dem Ausgangsbahnhof, musste der Zug eine Rampe erklimmen, bis er anschliessend Richtung Karl Marxstadt davoneilen konnte. Die Mikrofone stehen auf der Ar)héhe eines kleinen Einschnitts, üher dem etwa 50 m rechts eine Brücke führt, Von Linnks nähert sich der Sandzug mit seiner kräftig schaffenden Maschine. Nach der Vorbeifahrt merkt man, wie die Brücke unterfahren wird, doch dann ist die Lok wieder unüberhörbar und beschleunigt auf ca. 30 km/h, Zwei kurze Pfiffe beenden die Aufnahme.

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5. 41 1025-0 vor P 6017 Jena-Gera. Aufnahmedatum: 29.10.1985, Dauer: 1 Min. 25 Sek. Abfahrt aus dem Haltepunkt Papiermühle. (rechts-links).

Wenden wir uns nun wieder den Mikados zu. Der Personenzug Jena-Gera ist gerade den einsam gelegenen Hallepunkt Papiermühe eingelaufen, Es ist hier sehr ruhig, dass man von unserem Lrhóhten Standpunkt gut die Speisepumpe hören kann. Erleben Sie die kraftvolle Abfahrt des licht verspäteten Personenzuges mit, die von den umliegenden Wäldern reflektiert wird. Die Lok bringt ihren Zug schnell auf Fahrt und verschwindet mit wenig Nachhall im linken Kanal.

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6. Aufnahmedatum: 28.10.1985, Dauer: 8 Min. Schwere Bergfahrt hinter Camburg. Begegnung mit talfahrendem Dieselzug. (links-rechts/rechts-links).

An die Ausfahrt Camburg Richtung Jena in der Strecke Halle-Saalfeld-Probstzella schliesst sten gleich ein Steigungsabscnitt mit einer S kurve an, Etwa 1 km von Camburg entfernt bietet sich am Feldweg, der etwas Lrhóhl neben der Bahn herläuft, als Mikrofonstandpunkt en ten worte auf den Dg 52 632 nach Saalfeld, Schon hört man die ersten Auspuffscläge der Ausfahrt, doch bald danach kündigt schon von rechts dem talfahrender Dieselzug an, Noch ist es ruhig; Hühner, Hunde und sonst, Getier ist von einem nahegelegenen Bauernhof zu hören. Als die Diesellok lauter wird, quittieren es die aufgescheuchten Hühner mit wildem Gegacker. Noch einmal kann sich die "Schwarze" duren setzen, überlässt aber dann vorübergehend der Diesellok das Feld, Das aufgeschreckte Pferd wind sich wohl oder übel doch noch an die rotschmutzigen Loks gewöhnen müssen. Bald nimmt aber die 41 er wieder unsere Konzentration voll in Anspruch, die unter extremer Kraftanstrengung mit ca, 17 km/h von links her an uns vorbeifährt. Fast möchte man glauben, dass sie bald aus dem Tritt kommt und im Schleudern geht, Aber nach der Vorbeifahrt des Zuges erkennen wir, dass sie beschläunigt hat, Mit gut hörbarem Nachhall verschwindet sie ca. 40 km/h schnell im rechten Kanal.

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7. 99 1757-6 mit P 14474 Zittau-Kurort Oybin. Aufnahmedatum: 12.09.1985, Dauer: 2 Min. 1 Sek. Abfahrt aus dem Haltepunkt Kurort Oybin Niederdorf. (links-rechts).

Von Thüringen in die Zittauer Berge zur Schmalspurbahn Zittau-Bertsdorf Kurort Oybin Kurz vor dem Endpunkt dieses Zweiges gibt es im Ort Oybin den Haltepunkt Oybin-Niederdorf. Einige 100 m dahinter gibt es einen einsamen Brückenkopf, der sich hervorragend als Mikrofonstandpunkt eignet. Hören wir also die Abfahrt und die sterke Beschleunigung der 99 1757-6 mit dem P 14474, Nach einem Pfiff hört man deutlich, wie der lokführer die Steuerung zurücknimmt, Trotzdem hämmert die Schmalspurlok an uns vorbei, als wollte sie uns sagen "Nicht nur die Grossen haben einen guten Klang!" Nach der Vorbeifahrt ist bald dm Bahnübergang zu überqueren; wir hören dies an den drei Pfiffen, die die Lok von sich gibt bevor sie nach rechts entschwindet.

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8. Frankfurt/Oder Pbf. Aufnahmedatum: 24.08.1980 Dauer: 10 Min. 20 Sek.

Wir befinden unsin der Nähe der deutsch-polnischen Grenze bei Frankrfurt/Oder, Vom Grenzbahnhof Oderbrücke müssen alle Transitzüge eine nicht unbeträchtliche Steigung über das Oderufer zum Bahnhof Frankfurt/Oder überwinden, Da die Züge meist sehr schwer sind, wird über die ca. 5 km lange Steigung grössenteils mit Schiebelok gefahren, So auch am 24 08,1980. Die Zuglok 52 2723, eine Altbau 52er, muss schon ihre ganzen Kräfte aufbieten um den ca. 1.850 t schweren Zug üher die Steigung zu wuchten, Auch die Schiebelok, eine rekonstruierte 52er schiebt mit weitausgelegter Steuerung nach. Die Aufnahme endet mit dem Pfiff der Schiebelok, der dem Zuglok signalisiert, dass die Schiebeleistung eingestellt wurde. Bei diesen Auspuffschlägen glaubt man der Aussage eines dortigen Lokführers, der einmal gesagt hat "Die geben alles was sie haben!"

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9. 52 8073 mit Schiebelok 52 8050 auf der Strecke GBf Oderbrücke Frankfurt/Oder Pbf. Aufnahmedatum: 24.08.1 980 Dauer: 6 Min. 50 Sek.

Durch günstige Windverhältnisse hört man bereits die Anfahrt des Zuges im Bahnhof Oderbrücke. An den Ausfahrtswe enen kommt die Zuglok zum Rädergleiten. Auf der nahen Strecke nach Cottbus fährt ein Personenzug mit einer Diesellok der Baureihe 110 vorbei. Doch dann hört man gleih wieder den hämmernden Auspuff der Zuglok 52 8073, Dieser Zug ist etwas leichter als der in Tonszene Nr. 8, Trotzdem muss auch hier eine Schiebelok am Zugende ihren Dienst tun, denn wenn die Einfahrt in den Personenbahnhof Frankfurt/Oder nicht frei ist, muss der Zug in der Steigung anhalten. Ein Anfahren ohne Diesellok wäre dann nicht mehr möglich.

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10. Frankfurt/Oder Pbf. Aufnahmedatum: 24.08.1 1980, Dauer: 13 Min. 23 Sek. Bergfahrt Halt in der Steigung und Abfahrt in der Steigung

Der Lokführer der Schiebelok von Tonszene Nr. 9 hielt während der Rückfahrt zum Bahnhof Oderbrücke beim Mikrofonstandpunkt und kündigte mit seinen Worten "Die nächste s'n Bomber l" die nun folgende Aufnahme an Als "Bomber" werden in der Regel mit 2 Schiebeloks über die Steigung befördert Sind jedoch Wagen mit automatischer Kupplung im Zug, so kann auch mit Zug, Vorspann und Schiebelok gefahren werden. In der nun folgenden Aufnahme ist die Bespannung wie folgt: Zuglok 52 8052 und Schiebeloks 52 8040 und 52 8050, also Reko-52er mit Hundkamin! Das Zuggewicht beträgt 3.118 t. Die 52 8053 fährt mit ausgelegter Steuerung an den Mikrofonen vorbei. Danach folgt der schier endlose Wagenzug, der plötzlich immer langsamer werdend die Steigung hinaufrollt. Die ganze Fuhre kommt zum Stehen als man die beiden Schiebeloks von links kommend hört, Die beiden Maschinen bleiben ca 30 m links von den Mikrofonen stehen. Der Zug hal kome Einfahrt nach Frankfurt Pbf, Krachend laufen die Wagen auf die Puffer der Schiebelok auf. Als bei der zweiten Schiebelok nach einiger Zeit das Sicherheitsventil anspricht, wird ihr Heizer durch einen scherzhaften Zuruf des Lokführers der ersten Schiebelok als "Anfänger" tituliert. Der Zug steht dann noch 10 Minuten, Hier wurde die Aufnahme natürlich unterbrochen. Die Anfahrt der beiden Schiebeloks bringt nun ganze leisen Auspuffschlägen, hört man das Knarren der Pufferfedern, als die ca, 3.000 PS der beiden Schiebeloks auf den Zug drücken, Beide Lokführer sind Meister ihres Faches, denn sie schaffen es den Zug ohne Rädergleiten in Bewegung zu setzen Mit 80% ausgelegter Steuerung fahren beide Maschinen ganz langsam an den Mikrofonen von links nach rechts vorbei. Jeder Auspuffschlag klingt wie eine Explosion. Die Schiebeoks bleiben dieses Mal bis Frankfurt Rbf am Zug, denn das Personal hat Schichtwechsel. 1980 war dies noch Alttagsarbeit für das dortige Personal. Heutzutage ist auch diese Strecke verdieselt.

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